Rekonstruktion der Särge

Nachdem Maximilian von Schütz seine Ehefrau und alle Kinder verloren hatte, ließ er die Warlitzer Kirche zum Gedächtnis als Gruftkirche ausgestalten. Diese Gruft bildet das Zentrum der Kirche. In ihr wurden noch zu seinen Lebzeiten seine Ehefrau (Nr. 3), seine Schwester (Nr. 4) sowie die beiden schon in der Vorgängerkirche bestatteten Söhne (Nr. 1 und 2) beigesetzt. Bei den fünf Verstorbenen handelt es sich um:

1. Ferdinand von Schütz (*/+ 03.11.1747)

2. Georg Ludwig von Schütz (*um 1734, +21.04.1748)

3. Amalia Margarethe von Schütz, geb. von Fabrice (*1711, +10.07.1754)

4. Magdalena Albertina von Schütz (*28.11.1681, +15.02.1771)

5. Maximilian Henrich Ferdinand von Schütz (*24.06.1692, +14.04.1773)

Der dritte Sohn August Albrecht von Schütz (*29.04.1746, +13.10.1761) verstarb unter mysteriösen Umständen mit nur 15 Jahren in Lübeck und wurde am 19.10.1761 in der dortigen St. Petri-Kirche beigesetzt. Die einzige Tochter Louise Elisabeth von Veltheim geb. von Schütz (*30.07.1744, +03.09.1765) ruht in der Gruft der Familie von Veltheim in Destedt b. Wolfenbüttel.

Die Gruft wurde vor Jahrzehnten aufgebrochen, dabei wurden die Gebeine geschändet, die Särge beschädigt sowie Beigaben und Teile der Körper entwendet. Durch das gewaltsam geöffnete Lüftungsfenster drangen zudem Laub, Tiere und Feuchtigkeit ungehindert hinein. Dadurch gerieten die Särge in einen sehr unterschiedlichen Zustand. Im Jahre 2013 wurde deren Inhalt durch die Forschungsstelle Gruft (Lübeck) medizinisch-archäologisch untersucht, die sterblichen Überreste sortiert und die noch vorhandenen Beigaben erfasst und dokumentiert. Durch den Restaurator Dirk Zacharias (Dresden) wurden drei der fünf Särge vorbildlich rekonstruiert und restauriert. Dadurch konnte wieder der hauptsächlichen Bestimmung der Warlitzer Kirche entsprochen und auch der Gruft ein würdiger Zustand zurück gegeben werden. Nach der Rückbestattung der sterblichen Überreste in die restaurierten Barocksärge wurde die Sanierung der St. Trinitatiskirche Warlitz im Rahmen einer feierlichen und musikalisch ausgestalteten Andacht abgeschlossen. Die Überreste der zwei übrigen Särge, von deren Rekonstruktion aufgrund des sehr schlechten Erhaltungszustandes vorerst abgesehen wurde, lagern dokumentiert und gesichert ebenfalls in der Gruft.

Der Förderverein und die Kirchengemeinde Pritzier-Vellahn danken allen Spendern.

Der von allen fünf Särgen am besten erhaltene ist der des Kirchenstifters und Gutsbesitzers Maximilian von Schütz (1692 - 1773). Er wurde 1773 durch den Warlitzer Tischler Johann Lorentz Eickmann gefertigt und nach erheblichen Beschädigungen im 20. Jahrhundert durch den Dresdner Restaurator Dirk Zacharias im Jahre 2013 restauriert.Magdalena Albertina von Schütz (1681 - 1771) war die größte Zeit ihres Lebens Stiftsdame im Kloster Hannover-Marienwerder und besaß dort ein eigenes Haus. Sie unterstützte ihren Bruder Maximilian von Schütz als Junggeselle und später nach dem Tod seiner Ehefrau im Haushalt. Im rekonstruierten Sarg ruhen die sterblichen Überreste von Magdalena Albertina von Schütz und Amalia Margarethe von Schütz, geb. von Fabrice.Am 03. November 1747 wurde Ferdinand von Schütz geboren, der noch am selben Tag verstarb. Er war das zuerst verstorbene Kind von Maximillian von Schütz und wurde noch in der Gruft der Vorgängerkirche beigesetzt. Der kleine Kindersarg wurde anhand erhaltener Fragmente zusammen mit den wertvollen Beschlägen rekonstruiert.